Casting im Heimnetz (DLNA)

Tunetorch kann auf DLNA-/UPnP-Renderer im Heimnetz abspielen — Netzwerk-Lautsprecher, AV-Receiver, Multiroom-Systeme. Der Server schickt die Musik dabei direkt an das Gerät; dein Handy ist nur die Fernbedienung und kann danach in die Tasche.

Casting ist standardmäßig aus, weil es eine kurze Einrichtung braucht.

Einrichten

Alles Nötige liegt unter Server-Einstellungen → DLNA.

1. Master-Schalter einschalten

Solange er aus ist, sieht niemand das Ziel-Menü im Player. Das ist Absicht: Ein Server ohne Netzwerk-Einrichtung soll kein totes Menü zeigen.

2. Server-Adresse eintragen

Das Feld Server-Adresse für die Wiedergabe-Geräte ist der wichtigste Wert. Trage dort die LAN-Adresse deines Hosts samt veröffentlichtem Port ein:

http://192.168.1.50:5000

Nicht die Container-IP, nicht localhost, nicht deine öffentliche Domain — der Lautsprecher zieht Audio und Cover selbst über diese Adresse, und er steht im Heimnetz. Der Container kennt seine eigene LAN-Adresse nicht, deshalb muss der Wert von Hand kommen.

Ohne diese Adresse ist kein Casting möglich.

3. Gerät hinzufügen

Geräte werden über ihre IP-Adresse hinzugefügt. Tunetorch ermittelt den Rest selbst: Es fragt das Gerät direkt, probiert die üblichen Ports und Pfade durch und liest dabei gleich Name, Steuerungs-Adressen und den unterstützten Lautstärke-Bereich aus.

Dabei gilt eine Sicherheitsregel: Alle Adressen, die das Gerät von sich meldet, müssen auf genau diese IP zeigen. Verweist ein Gerät auf einen anderen Rechner im Netz, wird der Verweis verworfen — sonst könnte ein manipuliertes Gerät den Server dazu bringen, fremde Adressen abzufragen. Antwortet ein Lautsprecher ausschließlich mit solchen Verweisen, lässt er sich nicht hinzufügen; im Server-Log steht dann eine Zeile mit „fremder Host".

Vergibt dein Router feste Adressen für die Lautsprecher, bleibt die Einrichtung dauerhaft stabil.

4. Recht vergeben

Casten darf, wer das Recht DLNA hat (Admins ohnehin) — siehe Benutzer & Rechte.

Abspielen

Im Player erscheint bei aktivem Casting ein Ziel-Menü („Auf Gerät abspielen“). Wähle ein Gerät — die Wiedergabe wechselt dorthin.

Steuerbar sind:

Die Warteschlange bleibt live: Sortierst du während der Wiedergabe um oder entfernst Titel, übernimmt das Gerät die Änderung.

Ist ein Gerät bereits von jemand anderem belegt, zeigt Tunetorch das an („belegt von …“) statt die laufende Wiedergabe zu übernehmen.

Nach dem Ende der Warteschlange bleibt die Verbindung bestehen. Du musst dich für die nächste Playlist also nicht neu verbinden. Bleibt die Verbindung länger ungenutzt, gibt der Server sie von selbst wieder frei.

Einstellungen pro Gerät

Diese Werte hängen am Gerät, nicht am Server — ein 2-Zoll-Display braucht kein 800-px-Cover, und ob nahtlose Übergänge klappen, entscheidet allein der Renderer.

EinstellungWirkung
AnzeigenameWie das Gerät im Ziel-Menü heißt.
Ziel-Format & BitrateNur nötig, wenn das Gerät dein Quellformat nicht abspielt. Ohne Angabe wird das Original geschickt.
Lautstärke-SchrittweiteWie viel ein Tastendruck ändert (1–100).
Lautstärke-ObergrenzeDeckelt den Regler (Prozent, 1–100).
Cover-GrößeKantenlänge des ans Gerät geschickten Bildes.
GaplessMeldet den Folgetitel vorab an, damit das Gerät ohne Lücke umschaltet.
Lautheits-AngleichungGleicht den Pegel wie in der App an (Standard aus).
Erlaubt- und SperrlisteWer dieses Gerät nutzen darf.

Geänderte Werte greifen ab der nächsten Wiedergabe.

Die beiden Lautstärke-Felder nehmen nur Werte von 1 bis 100. Trägst du etwas außerhalb ein, gilt die nächstgelegene Grenze — und das Feld zeigt danach diese Grenze, nicht deine Eingabe.

Format und Lautheit

Im Normalfall zieht der Lautsprecher die Originaldatei — nichts wird gerechnet. Nur zwei Dinge zwingen den Server, die Audiodaten anzufassen:

  1. Am Gerät ist ein Ziel-Format hinterlegt und die Quelle hat ein anderes.
  2. Die Lautheits-Angleichung ist aktiv. Muss allein deswegen umgewandelt werden, ist das Ziel FLAC — die Normalisierung darf keine Qualität kosten.

Fehlt einem Titel der Lautheits-Messwert, misst der Server ihn dafür nach und merkt sich das Ergebnis — genau wie beim Abspielen in App und Browser. Das betrifft vor allem eingehängte Ordner: Beim Einlesen wird nicht gemessen. Gemessen wird pro Titel einmal; danach hat auch die App etwas davon.

Die Umwandlung läuft im Hintergrund, und der Folgetitel wird schon während des laufenden vorbereitet. Spürbar wartest du damit höchstens beim ersten Titel — bei dem kommt die einmalige Messung noch dazu. Wer nicht warten will, bis jeder Titel einmal an der Reihe war, lässt den Wartungs-Task Lautheit messen einmal durchlaufen.

Wo die kurzlebigen Kopien landen, entscheidet der Server selbst — bevorzugt im Arbeitsspeicher, sonst auf dem Datenträger. Mit shm_size lässt sich das gezielt in den RAM verlagern (siehe Installation mit Docker).

Zugriff pro Gerät regeln

Optional lässt sich der Zugriff pro Gerät einschränken. Ist die Funktion aus, darf jeder mit dem Recht DLNA jedes Gerät nutzen.

Eingeschaltet zählen zwei Listen:

ListeWirkung
ErlaubtLeer heißt „für alle frei“. Steht jemand drin, dürfen nur die Eingetragenen.
GesperrtSticht die Erlaubt-Liste.

Die Sperrliste gibt es für den Fall „einer von fünf darf dieses Gerät nicht“. Über die Erlaubt-Liste allein müsstest du die vier anderen aufzählen — und jedes später angelegte Konto wäre stillschweigend mit ausgesperrt.

Grenzen

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